FIP – neueste Erkenntnisse

Oktober 2007 

Nachdem es noch immer viele Tierärzte gibt, die einen „FIP-Test“ durchführen oder durchführen wollen und auch FIP Impfungen empfehlen, erscheint es uns wichtig, unseren Leserinnen und Lesern die folgenden Informationen, entstammend der neuesten US-Forschung, abzugeben:

 ·      FIP ist entgegen der immer noch weit verbreiteten Meinung von Tierärzten und anderen „Informanten“ NICHT ANSTECKEND. Erkrankte – aber auch gesunde Tiere scheiden beim Koten zwar Coronaviren aus, aber diese haben lediglich eine sehr kurze Lebenszeit und diese reicht kaum aus, von anderen, in der gleichen Gruppe lebenden Tieren aufgenommen zu werden.

 ·      Auch über den Speichel eines erkrankten Tieres – im Speichel werden oftmals hohe Konzentrationen von Coronaviren nachgewiesen – erfolgt keine Ansteckung, auch nicht, wenn ein erkranktes Tier zusammen mit faktisch gesunden Tiere vom gleichen Essnapf isst. Auch hier erfolgt kaum eine Aufnahme der Coronaviren, da diese, wie bereits erwähnt, sehr kurzlebig sind und in sekundenschnelle absterben, sobald sie an der freien Luft sind.

 ·      Ein FIP-Test kann – egal, wie hoch der Antikörper-Titer, der festgestellt wird, auch ist – lediglich das Vorhandensein einer gewissen Anzahl von Coronaviren nachweisen, nicht aber eine Erkrankung an FIP.

 ·      Auch Katzen mit einem hohen Coronaviren-Titer müssen nicht  wingend FIP krank sein oder daran erkranken. Wir haben im Verlauf vieler Jahre Praxis feststellen können, dass Katzen mit Corona-Titern von über 2000 weder Krankheitszeichen zeigten, noch je an FIP erkrankt sind. 

·      Man weiss leider auch heute noch nicht genau, welches der verschiedenen Coronaviren, die bei der Katze nachgewiesen werden können, letztendlich aus nicht bekannten Gründen mutiert (sich verändert) und dann zum krankmachenden FIP-Virus wird. Man kann hier nur vermuten….. 

·      Beim derzeitigen Stand der Forschung ist noch kein Impfstoff ermittelt worden, der die Katze wirklich schützt. Der bislang einzige auf dem Markt befindliche und zugelassene Impfstoff bietet keinen wirklichen Schutz, denn, es gibt, wie oben bereits bemerkt, KEINE Ansteckung mit FIP-Viren. Aber, und dies erscheint uns viel wichtiger, zu wissen, die FIP-Impfung kann bei einer Katze, die Coronaviren trägt, welche NICHT im Test nachgewiesen worden sind, eine FIP auslösen, d.h., die Katze krank machen. Nachdem FIP auch heute noch zu mehr als 90% das Todesuerteil für eine Katze bedeutet, würden wir eine Impfung gegen FIP nicht empfehlen! 

·      Der einzige wirklich bekannte Uebertragungsweg für Coronaviren ist der von Mutter zu Kind, d.h., eine Katze,l die Coronavirenträger ist, kann diese auf ihre Kitten übertragen. Nachdem aber mehr als 94% (!!!) aller weltweit lebenden Katzen (hier sind auch alle Grosskatzen betroffen) Coronavirenträger sind, ist es auch hier irrelevant, darüber nachzudenken, ob nun alle Kleinkatzen eines Wurfes von FIP betroffen werden, wenn ein Kitten an einer akuten FIP stirbt. 

·      Auch die „Häufung“ von FIP-Fällen in Tierheimen und Zuchten hat nur einen einzigen Grund: Es gibt dort wesentlich mehr Tiere, als in einem Privathaushalt, wo meist höchstens zwei bis vier Katzen wohnen gegenüber von vielleicht 15-20 in einer Zucht oder um die 100 Tiere in einem Tierheim. 

·      So traurig eine FIP-Erkrankung mit der bekannten Todesfolge für den Katzenhalter auch ist, es sollte sich hier kein Betroffener dann zum Verlust hinzu noch in Aengste stürzen, nun die gesamte Population in der Wohnung an FIP zu verlieren. Man muss auch nicht die ganze Wohnung desinfizieren, die überlebenden Katzen „aussiedeln“ oder schnellstmöglich impfen, wie das von manchen Tierärzten noch empfohlen wird. Dies alles ist nicht notwendig, denn es gibt, wie bereits erwähnt, keine Ansteckung, auch, wenn das verstorbene Tier in der Gruppe gelebt hat, wenn man sich gegenseitig geputzt hat, ins gleiche Clo ging und aus dem gleichen Napf ass und trank! Das Coronavirus überlebt an der Luft nur wenige Sekunden und auch, wenn die einzige Katze an FIP verstorben ist, heisst das nicht, dass dann der Mensch nicht umgehend wieder ein Tier halten darf. Im Prinzip könnte hier in der gleichen Stunde wieder eine Katze einziehen! 

·      Nachdem der bisher einzige bekannte „Grund“ für eine Mutation des Coronavirus zum FIP Virus im Stress gesehen wird, ist es wichtig, jeden unnötigen Stress für unsere Wohnungsgenossen zu vermeiden – auch unnötiges Impfen in zu kurzen Impfintervallen verursacht Stress für den Körper! Die Fahrt zum Tierarzt ebenfalls. Und, ein ganz wichtiges Faktum – wenn WIR Stress haben, dann haben auch unsere Katzen Stress, denn dieser überträgt sich eins zu eins auf unsere Katzen. Sie spüren unseren Stress und übernehmen ihn sofort. Also sollten auch WIR darauf achten, keinen Stress mit nach Hause zu nehmen. 

·      Nochmals zum Impfzyklus.: Es ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass ALLE Impfstoffe eine Immunität von MINDESTENS DREI JAHREN erzeugen – das heisst, es reicht absolut, nach der Grundimmunisierung speziell für Wohnungskatzen einen Impfzyklus von 3 Jahren zu befolgen. Nachdem Katzen ab10 Jahren ohnehin nicht mehr sauber immunisieren, sollte man bei älteren Tieren ohnehin von weiterem Impfen absehen. Eine Wohnungkatze braucht keine Leukoseimpfung – der Trägerstoff dieser Impfung ist ohnehin nicht unbedenklich, weil er erwiesenermassen sehr oft zum gefürchteten Impfsarkom – einem sehr schnell wachsenden, bösartigen Krebs – führt. Eine Wohnungskatze braucht auch keine Tollwutimpfung. Sinnvoll ist hier jedoch z.B. die immer noch auf dem Markt befindliche Nobivac 4Cat Impfung, welche Katzenschnupfen, Katzenseuche und CHLAMYDIEN abdeckt. Chlamydia ist heute einer der häufigsten Schnupfenerreger bei Katzen und in der „normalen“ Katzenschnupfenimpfung nicht abgedeckt.  

·      Wenn der Arzt von „FIP“ spricht, das eine Katze „haben könnte“, dann ist dies noch lange keine absolut gesicherte Diagnose. Eine „nasse“ FIP (mit Bauchhöhlen-Erguss) ist nur dann effektiv erkenntlich, wenn innerhalb einer Bauchhöhlenpunktion die berüchtigte dottergelbe Flüssigkeit austritt, die überdies klebrig-zähflüssig ist. Hier kann man mit fast 95%iger Sicherheit von einer FIP sprechen und in 99 Fällen ist dies das Todesurteil für die Katze. Bei einer „trockenen“ FIP, einer diffusen Erkrankung, bei welcher nicht genau zu ermitteln ist, warum die Katze krank ist, kann die Diagnose eigentlich nur nach Eintritt des Todes festgestellt werden, dies innerhalb einer Sektion des Tieres anhand der dann feststellbaren Veränderung an den inneren Organen (Leber, Nieren, Lunge, Herz, Lymphknoten etc.). Veränderungen an den Augen, bei denen der Tierarzt oft sofort die Diagnose FIP stellt, müssen nicht unbedingt mit einer FIP im Zusammenhang stehen. Es gibt auch Veränderungen an den Augen einer Katze, die ganz andere Ursachen haben können, z.B. auch einen Gehirntumor, und die Veränderungen am Auge müssen nicht zwingend zum Tode einer Katze führen.  

·      Es wird heute – nachdem weltweit die Sterberate von Katzen an FIP über 10% liegt, FIP also fast eine „Geissel“ für Katzen geworden ist – in vielen Tierarztpraxen viel zu schnell und  zu wenig abgeklärt von FIP gesprochen und die entsprechende Diagnose gestellt. Dies verunsichert viele Katzenhalter und – leider sterben auch dadurch einige Katzen an der empfohlenen Euthanasie, die vermeidbar gewesen wäre, hätte man souverän und sicher abgeklärt. Nicht alles, was nach FIP aussieht, ist auch FIP. Erbrechen und Durchfälle können viele andere Ursachen haben, ein dicker Bauch kann durch Blähungen verursacht werden, Mattigkeit der Katze auch durch jedweden anderen Infekt, den man anhand eines Blutspiegels ermitteln muss. Es gibt bestimmte Blutwerte, die einen Verdacht auf FIP zulassen. Wenn aber die anderen Beobachtungen in der Anamnese nicht übereinstimmen, dann muss man abwarten, wie sich eine Krankheit entwickelt. Manchmal kann auch eine einfache Erkältung zugrund liegen, welche die Leukozyten in die Höhe treibt, ein ganz normaler Infekt im Magen-Darm-Trakt oder aber irgend eine andere Unpässlichkeit. Es ist daher grundfalsch, sofort an eine FIP zu denken, wenn der Katze irgend etwas fehlt, das noch nicht genau definiert werden kann! 

·      Last but not least gibt es auch bei der FIP die Möglichkeit, mit einer Kombination von Interferon, Antibiotikum und Cortison (siehe auch unsere in den Informationen publizierte Studie über den Einsatz von Interferonen bei FIP) einzusetzen. Dies ist allerdings sehr teuer und der Erfolg ist nur in sehr wenigen Fällen nachweisbar. Die Krankheit sollte nicht allzu weit fortgeschritten sein und beim Interferon-Einsatz spielt auch das Alter der Tiere eine Rolle, Jungtiere bis zu 2 Jahren haben eine geringere Chance, wie ältere Tiere, und, je älter die betroffenen Tiere sind, desto grösser die Chance, mit Interferon ihr Leben retten zu können. Aber grundsätzlich bedeutet eine bereits ausgebrochene, nasse Form der FIP in 98% der Fälle noch immer den Tod des geliebten Tieres, das man dann auch in Ethik einschlafen lassen sollte. (Therapie-Studie)

Oct.07/CRU

Soweit die Forschungsergebnisse zum Thema FIP. –

Dieser Text entstammt einer im deutschen Fernsehen gezeigten tiermedizinischen Sendung über die neuesten Forschungsergebnisse über die Katzenkrankheit FIP.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, das FIP nicht so leicht übertragbar ist, wie man zuerst angenommen hat. Es wird durch eines der vielen Coronaviren verursacht. Es kann zwar ein Bluttest erfolgen, aber in dem wird nur die Konzentration dieser Viren nachgewiesen. Man kann hieraus jedoch nicht erkennen, mit welchem speziellen Coronavirus die Katze in Berührung gekommen ist. Deshalb darf man eine Katze nicht allein aufgrund eines positiven Bluttests einschläfern lassen.

Heute geht man davon aus, dass das Virus bei einer infizierten Katze vor allem im Speichel vorliegt. Außerhalb seines Wirtes kann es nicht lange überleben und lässt sich mit den meisten in der Tiermedizin üblichen Desinfektionsmitteln unschädlich machen. 

LINKS für weiter Infos

WICHTIG  FIP   Therapie-Studie

 

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