Zweitkatze – die richtige Wahl ist wichtig

Wie wichtig die richtige Wahl einer Zweitkatze ist, das haben wir im Verlauf unserer Vermittlungspraxis fesrtgestellt und möchten hier auf die wichtigsten Dinge hinweisen: 

·      Der ALTERSUNTERSCHIED zwischen den Tieren sollte nicht zu gross sein

·      Die Zweitkatze sollte möglichst JÜNGER sein, als die bereits in der Wohnung lebende

·      Das GESCHLECHT spielt eine sehr grosse Rolle bei der Auswahl der Zweitkatze, hier stellen wir fest, dass der Ausspruch „gleich und gleich gesellt sich gern“ durchaus seine Richtigkeit hat, denn es ist besser, speziell zu einem bereits zwei bis drei Jahre alten Katzenmädchen ein weiteres weibliches Tier dazuzugesellen. Erfahrungsgemäss sind weibliche Tiere als Träger des Lebens nach zwei bis drei Jahren nicht mehr so verspielt, die männliche Tiere, die eigentlich ihr ganzes Leben lang sehr spielfreudig bleiben. Dies führt dann dazu, dass ein jüngerer Kater einem älteren Weibchen ganz schön auf die Nerven fallen kann, es piesakt mit seiner Spiellust und das dann im Extremfall sogar zu Aggressionen führen kann.

·      Wenn immer möglich sollte man daher gleichgeschlechtliche Gruppen halten, also, als Zweitkatze Kater zu Kater und Katze zu Katze nehmen. Falls man eine Dreier- oder Vierergruppe hält, spielt das nicht mehr eine sooo grosse Rolle, aber auch in einer grösseren Gruppe ist die Gleichgeschlechtlichkeit von Vorteil, ausser, man hat ein Geschwisterpaar, das demzufolge bereits miteinander aufgewachsen ist.

·      Es ist wichtig zu wissen, dass sich Katzen grundsätzlich nicht gleich um den Hals fallen, wenn man sie zusammenführt, es wird zuerst einmal geknurrt, gefaucht, bevor man sich beschnuppert, sich einander annähert. Aus dem anfänglichen Fauchen wird aber in den allermeisten Fällen dann eine sehr tiefe und innige Tierfreundschaft.

·      Das ANGEWÖHNEN von zwei sich fremden Tieren aneinander nimmt immer einige Zeit inanspruch, während welcher der Mensch etwas Geduld braucht. Wir sollten die Tiere nicht zwingen, sie sollen sich selber einander annähern, einander kennenlernen und dann Freundschaft schliessen. Dies geschieht in 999 von 1000 Fällen innert zwei bis drei Wochen, manchmal, aber relativ selten, dauerts auch nur Tage und in ebenfalls seltenen Fällen kann die Angewöhnung auch Monate dauern. Dies hängt auch immer vom Alter der Tiere zusammen. Aeltere Tiere brauchen erfahrungsgemäss länger, als Jungtiere.

·      Auch wenn die Angewöhnungszeit länger dauert oder man sich einmal „bekriegt“, darf der Mensch NIE SCHLAGEN. Eine Wasserpistole ist hier das beste Instrument. Katzen haben generell eine gewisse Scheu vor Wasser und ein Sprutz aus der Wasserpistole beendet praktisch alle Duelle und ist auch als „Erziehungsmittel“ geeignet, da, wo man nicht will, dass die Katze hingeht, d.h., auf dem Mittagstisch, an den Vorhängen etc. Meist genügt ein einziger Spritzer und die katze ist weg. Später genügt es in den meisten Fällen, der Katze lediglich die Wasserpistole zu zeigen, wenn sie etwas tut, was sie nicht soll. Katzen sind enorm lernfähig und sie wissen nach wenigen Spritzern ganz genau, was sie nicht tun dürfen und lassen es dann auch sein. Es gibt Fachbücher, wo geraten wird, mit einer zusammengerollten Zeitung einen Klapps auf die Hinterbacke zu verteilen – dies befinden wir als FALSCH, keine Form von Schlagen ist gut für die Katze, sie wird dadurch handscheu und letztlich aggressiv und verängstigt. Die Wasserpistole ist das absolut beste und ungefährlichste Erziehungsmittel.

·      Wenn aus einer relativ alten Katzengruppe ein Tier stirbt, das man ersetzen möchte, d.h., es bleibt eine vielleicht 14 oder 15jährige Katze alleine zurück, dann sollte das Tier, das man hier dazunimmt, nicht jünger als die Hälfte sein, d.h., 7-8 jährig, der Charakter des neuen Tieres sollte sanftmütig und anpassungsfähig sein, damit das ältere Tier die „Chefposition“ übernehmen kann, nicht unterdrückt wird. Meist braucht es hier länger als nur zwei drei Wochen, bis die Tiere zueinander finden. Hier muss man mit einer Dauer von ungefähr zwei Monaten rechnen, aber es lohnt sich in jedem Fall, da das zurückgebliebene Tier depressiv werden könnte und an der Depression letztlich eingehen kann.

Wenn bei der Wahl der Zweit- oder Drittkatze Fragen offen sind, dann sind wir vom Team www.katzenportalch.org jederzeit gerne bereit, mit Rat und Tat beizustehen. Manchmal kann auch eine Tierpsychologin/Tierpsychologe hilfreich sein, auch Tierkommunikation, die immer mehr angeboten wird, kann bei der Wahl hilfreich sein.